Read Ludwig der Bayer (1282-1347): Kaiser und Ketzer by Heinz Thomas Online

ludwig-der-bayer-1282-1347-kaiser-und-ketzer

Heinz Thomas, Professor f r Mittlere und Neuere Geschichte an der Universit t Bonn, entwirft ein Bild Kaiser Ludwigs des Bayern 1283 1347 und seiner Zeit Im Mittelpunkt der Darstellung stehen die Auseinandersetzungen Ludwigs mit dem Habsburger Friedrich dem Sch nen, dem Papst und den Reichsf rsten....

Title : Ludwig der Bayer (1282-1347): Kaiser und Ketzer
Author :
Rating :
ISBN : 9783222122170
ISBN13 : 978-3222122170
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Pustet, Friedrich Gmbh Juli 1993
Number of Pages : 567 Pages
File Size : 863 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Ludwig der Bayer (1282-1347): Kaiser und Ketzer Reviews

  • Mathias Grandl
    2019-02-15 00:14

    Heinz Thomas hat hier eine sehr ausführliche Biographie des Bavaricus erstellt. Er beschränkt sich dabei nicht nur auf die Person Ludwigs, sondern geht detailliert auf die politischen und religiösen Mechanismen ein, die hinter dem Konflikt zwischen und König/Kaiser und Papst stehen.Eine kleine Schwäche in meinen Augen ist allerdings, dass das Buch etwas zwischen populärwissenschaftlichem Werk und wissenschaftlicher Arbeit schwankt, was die Schwächen beider angeht: Heinz verzichtet im Interesse der besseren Lesbarkeit auf den kritischen Apparat (keine Fußnoten oder Anmerkungen), gleichzeitig ist aber das Buch für eine Biographie meines Geschmacks zu "blutleer". Ludwig wird als Person nicht richtig greifbar, weil er oft nur im großen Kontext geschildert wird. Das kann an der Quellenlage liegen, aber auch dann sollte es möglich sein, "näher" an der Hauptfigur zu sein. So bleibt das "Drama" dieses Herrschers dem Leser distanziert gegenüber und die (Lebens-)geschichte "fesselt" nicht so, wie es sicher könnte. Deshalb ein Stern Abzug.

  • Gromperekaefer
    2019-02-14 21:52

    Wir befinden uns in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Im römisch-deutschen Reich werden die Könige, anders als die Erbmonarchien wie England oder Frankreich, durch die Kurfürsten gewählt. Neben den konkurrierenden Fürstendynastien bestimmen die Wahlversprechen der Kandidaten des öfteren über diqe Stimmvergabe. Bei Uneinstimmigkeit kommt es dann vor, dass 2 Kandidaten gewählt werden, und so für unruhige Zeiten sorgen. Neben den Kurfürsten ist das Papsttum entscheidend, da der Papst den römisch-deutschen König zum Kaiser krönen kann.Ludwig der Bayer, aus dem Geschlecht der Wittelsbacher, war eigentlich nicht unbedingt der Spitzenkandidat zur Nachfolge Heinrichs VII. Der Luxemburger Johann, König von Böhmen schien aussichtsreicher, daneben stand noch der Habsburger Friedrich. Es kam 1314 zur Doppelwahl von Ludwig und Friedrich. Beide versuchten den Konkurrenten auszuschalten, was Ludwig 1322 bei der Schlacht von Mühldorf gelingt. Neben Auseinandersetzungen zwischen den Dynastien der Wittelsbacher, Habsburger und Luxemburger kommt es auch zeitweise zu Zweckbündnissen. So wird Friedrich 1325 wieder zum Mitkönig erhoben. Mit den Luxemburgern wird zum Teil kooperiert, ehe man später zu Todfeinden wird. Ähnlich verlief die Entwicklung anfangs im Haus Wittelsbach, wo Ludwig in Konkurrenz zu seinem Bruder Rudolf stand, sowie zu dem wittelsbacher Familienzweig in Niederbayern.Durch Ludwigs Einmischung in die Geschehnisse in Italien zieht er sich die Missgunst des Papstes zu, welcher ihn dann absetzen und zum Ketzer verurteilen liess. Anders als sein Vorgänger Heinrich IV, war Ludwig aber nicht zu einem Canossagang bereit, sondern setzte seinerseits den Papst ab, und liess sich in Rom vom Volk krönen, ohne päpstliche Beteiligung. Spätere Versuche Ludwigs doch noch die päpstliche Gunst zu erlangen scheiterten jeweils, da Ludwig die Forderungen des Papstes nicht gänzlich eingehen wollte. Diese Lage wird ebenfalls vom französischen König beeinflusst, welcher auf den Papst einwirkt, da sich dieser in Avignon befindet. Ähnlich wie im römisch-deutschen Reich verläuft die international Politik mit einem Wechselspiel der Allianzen.Heinz Thomas zeigt dass Ludwig ein tatkräftiger Herrscher war, welcher des öfteren die taktische Variante vor die kriegerische setzte. So wird das negative Bild, welches sein Nachfolger Karl IV von Ludwig vermittelte, zurecht gerückt. Gute Biographie über diesen weniger bekannten Herrscher.

  • Markus Herrler (markus.herrler@ku-eichstaett.de)
    2019-02-07 18:55

    Ludwig der Bayer ist wohl eine der umstrittensten aber auch einer der interessantesten Herrscher des römischen Reichs im Spätmittelalter. Heinz Thomas stellt in seinem Buch den Werdegang Ludwigs des Bayern vom Herzog von Oberbayern zum deutschen König und zum Kaiser des Römischen Reichs dar. Thomas beschränkt sich in seinem Buch nicht nur auf die Person Ludwigs, sondern vermittelt auch ein anschauliches Bild der politischen und gesellschaftlichen Situation Europas in Ludwigs Zeit. Mit Fachkenntnis geschrieben und dem Anspruch einen neuen Weg bei der Rezeption des gebannten Kaisers zu beschreiten, stellt das Buch von Heinz Thomas eine elementare Lektüre für jeden dar, der sich mit Kaiser Ludwig dem Bayern beschäftigt.