Read Small World by Martin Suter Online

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Erst sind es Kleinigkeiten Konrad Lang legt aus Versehen seine Brieftasche in den K hlschrank Bald vergisst er den Namen der Frau, die er heiraten will Je mehr Neuged chtnis ihm die Krankheit Alzheimer raubt, desto st rker kommen fr heste Erinnerungen auf Und das beunruhigt eine millionenschwere alte Dame, mit der Konrad seit seiner Kindheit auf die ungew hnlichste Art verbunden ist....

Title : Small World
Author :
Rating :
ISBN : 3257261195
ISBN13 : 978-3257261196
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Diogenes Auflage 3 17 Dezember 2014
Number of Pages : 175 Pages
File Size : 564 KB
Status : Available For Download
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Small World Reviews

  • Prinz Rupi
    2019-04-24 20:40

    Konrad Langs Welt schrumpft. Er vergisst seine Brieftasche im Kühlschrank, er verirrt sich im Dickicht der realen Welt, und eines Tages übergießt er feuchtes Kaminholz mit Benzin, um es leichter entzünden zu können. Das hat er zwar schon öfter gemacht, doch diesmal liegt das Holz noch neben dem Kamin, und die luxuriöse Ferienvilla seiner Chefin und Gönnerin Elvira Senn auf Korfu wird bald darauf zum Raub der Flammen. Nun ist es nicht mehr zu verbergen: Konrad Lang hat Alzheimer, und die Krankheit schreitet mit erschreckender Geschwindigkeit voran.Je stärker die Krankheit Langs Gedächtnis zerstört, desto stärker reist er in seiner Erinnerung von der Gegenwart in die Vergangenheit. In Schüben wird er in seiner Gedankenwelt immer jünger. Bald betritt der Kranke Katakomben seiner Erinnerung, die zuvor unerreichbar und verschüttet schienen. Dazu tragen Fotositzungen bei, in denen er mit Bilddokumenten seiner Kindheit konfrontiert wird.Diese Entwicklung wiederum beunruhigt eine alte Dame der Schweizer Hochfinanz, die mit ihm seit Kindheitstagen verbunden ist und für seinen Lebensunterhalt und Pflege aufkommt. Ein geheimnisvolles Band scheint zwischen beiden gespannt. Schlummert ein düsteres Geheimnis in den Kindheitserinnerungen des Patienten, welche die millionenschwere Seniorin fürchtet?Einfühlsam und kenntnisreich beschreibt der Schweizer Autor den Prozess des Verfalls seines Protagonisten sowie die Reaktionen seiner Umwelt auf seinen Krankheitsverlauf. Der Autor erzählt seine Geschichte präzise und flüssig. Dass die Geschichte um das Schrumpfen der Welt des Konrad Lang schließlich in eine Kriminalgeschichte mündet, gibt der feinen Lektüre eine spezielle Note und macht sie doppelt spannend.„Small World“ ist der erste Roman, den Suter verfasste. Er begann damit eine von ihm als „neurologische Trilogie“ bezeichnete Reihe, die mit „Die dunkle Seite des Mondes“ fortgesetzt und mit „Ein perfekter Freund“ abgeschlossen wurde. Zwischen den drei Bänden bestehen keine inhaltlichen Zusammenhänge, jeder kann für sich gelesen werden.

  • Wolke7
    2019-05-16 19:48

    Sprachlich und dramaturgisch perfekt ausgearbeitet, gewährt uns der Autor Einblicke in die alteingesessene Schweizer "upper class", in der erwartungsgemäß der gewahrte Schein trügt....Die Geschichte beschreibt das komplizierte Beziehungsgeflecht innerhalb einer sehr wohlhabenden Schweizer Untenehmerfamilie. Über Generationen hinweg wurde hier sorgsam eine Tragödie vertuscht.Sehr berührt hat mich die Darstellung von Konrads langsamem Abgleiten in die Alzheimer Erkrankung. Symptomatik und Verlauf dieser Krankheit wurde vom Autor offenbar gut recherchiert.Bislang kannte ich von M. Suter lediglich die sehr amüsanten Kurzgeschichten aus der "Business Class". Dies war mein erster Roman von ihm, aber sicherlich nicht der letzte. Ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch!

  • Bernhard Neumann
    2019-05-20 02:35

    Konrad Lang wird einem wirklich lange im Gedächtnis bleiben, Suter geligt es dieser Figur Tiefe und sogar Tragik einzuhauchen, aber auch alle anderen Figuren sind mit wenigen Sätzen glaubhaft skizziert. Suter schafft es oft, mit einer einzigen Aussage, einer einzigen lakonischen Bemerkung ganze Handlungsräume zu erschließen. Darin ähnelt er im Stil Schlink und nach diesem nüchternen und trotzdem lebensvollen Stil kann man schon ein bisschen süchtig werden. Habe erst "Die dunke Seite des Mondes" gelesen und dann "Small world" und freue mich die nächsten Bücher. Es gibt soviel Textmüll auf allen Kanälen und in allen Netzwerken, da freut es mich sehr, ab und an eine Perle zu finden und Suters Bücher, das scheint mir so, sind Leseperlen.

  • Felix Richter
    2019-05-21 00:35

    Small World ist die Geschichte von zwei Freunden, Thomas Koch und Konrad Lang, einem reichen Erben und seinem Sidekick, die aus Gründen, die der Leser nach und nach erfährt, gemeinsam aufwachsen. Die anfängliche Freund- und Gönnerschaft entwickelt sich im Laufe der Jahrzehnte in eine Form der Abhängigkeit, in der Konrad, der nie gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen, Thomas und dessen Familie immer lästiger wird.Der Erzählstrang setzt ein, als sich beim 63jährigen Konrad plötzlich merkwürdige Aussetzer einstellen. Damit beginnt eine enzigartige Mischung von Familiensaga, Liebesgeschichte, Krimi und medizinischer Science Fiction, vor allem aber das eindrucksvolle Unterfangen, fortschreitenden Alzheimer aus der Sicht nicht nur der Angehörigen, sondern auch des Betroffenen zu beschreiben. Natürlich nicht verifizierbar, aber absolut plausibel.Das Buch ist gründlich recherchiert und hervorragend durchdacht. Nach langsamem Beginn nimmt es auf halber Strecke, mit dem Einsetzen der progressiven Entwicklung der Demenz, so plötzlich Fahrt auf, dass man als Leser gelegentlich hinterherhechelt und Mühe hat, den progressiven Krankheitsverlauf einer Zeitachse zuzuordnen. Zum Ende hin, wenn Konrad Langs Kurzzeitgedächtnis vollständig verschwindet und er auf das Niveau einer Kleinkindes zurückfällt, nimmt Suter sich dann wieder sehr viel Zeit, Ängste und Gedanken des Patienten zu veranschaulichen. Hier sehe ich die besondere Stärke dieses einfühlsamen Romans. Dass Alzheimer eine ungeheure Belastung für alle ist, die einen Patienten zu betreuen haben, ist ja allgemein bekannt, aber für den Betroffenen scheint es wahrhaftig auch nicht leicht zu sein.Eine Frage noch zum Schluss: Warum hat Thomas Sorge, ebenfalls zu erkranken (was er ja am Ende auch tut)? Schließlich sind die beiden nicht verwandt. Habe ich da was überlesen? Vielleicht kann jemand helfen.