Read Über den Tod by Elias Canetti Online

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Zeitlebens wollte Nobelpreistr ger Canetti, der sich stets als Todfeind bezeichnete, dieses Buch schreiben Mit dem Ph nomen Tod hat er sich ber Jahrzehnte hinweg besch ftigt, und er hat zahlreiche Anl ufe unternommen, um das Thema mit seiner anthropologischen Methode einzukreisen Canetti las Dichter und Philosophen, sammelte M rchen, Mythen und Riten Das Buch ist die Quintessenz seiner lebenslangen Auseinandersetzung, und immer wieder kommt hier die Eleganz seines Denkens und Schreibens zum Ausdruck Peter von Matt erg nzt dieses wichtige Buch um einen gro en Essay ber Canetti und dessen Todfeindschaft....

Title : Über den Tod
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ISBN : 3446202390
ISBN13 : 978-3446202399
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Carl Hanser Verlag GmbH Co KG 10 M rz 2003
Number of Pages : 292 Pages
File Size : 686 KB
Status : Available For Download
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Über den Tod Reviews

  • kpoac
    2019-05-06 23:39

    "Ich verfluche den Tod, ich kann nicht anders. Und wenn ich darüber blind werden sollte, ich kann nicht anders, ich stoße den Tod zurück. Würde ich ihn anerkennen, ich wäre ein Mörder.""Tod, wo ist dein Sieg?" Der Ausspruch Paulus' verrät noch etwas von der Konfrontation zwischen Leben und Tod. Doch er zeigt auch die Verneinung jeden Realitätsprinzips. Realität ist aufzulösen, wie Canetti es selbst zeigt und auch die abendländische Ideenlehre seit Platon hat diesen "Pfahl im Fleische" (Sartre) abgeschwächt, indem sie den Tod als Eintrittskarte in eine neue Welt verherrlichte. Sokrates konnte im Phaidon sein Größe gegenüber dem Tod zeigen, aber nur, weil er seine Idee über alles stellte.Canetti sezierte die bekannten Ideologien vom Tod und er fährt dabei auch den edelsten Gefühlen in die Parade. Heldenmut, Opferbereitschaft, Patriotismus - für ihn bilden sie einen Katalog aus Wahnvorstellungen, hinter denen die massenhafte Abrichtung schwüler Träume von Einzigartigkeit betrieben wird, so der Deutschlandfunk und Canetti: "Der Augenblick des Überlebens ist der Augenblick der Macht" wirft einen entlarvenden Blick auf das eigentliche Erleben beim Tod der Anderen.Canetti zeigt deutlich die Erlebnisse der Kriegsgeneration. Er rechnet ab mit denen, die den Toten nicht mal im Nachgang eine Ehre zuteil werden ließen. Doch der Tod gehört zum Leben, wenn auch als Bestimmung des Endes. Damit ist das Verhältnis des Menschen zu dem Tod wie zum Menschen selbst, human. Canettis vehemente Haltung ist die Macht der Modernen, das Prinzip Vattimos, der den Kampf gegen die Realität im Christentum schon sah und im Kampf die Überwindung aller Forderungen der Realität wie Paulus auflösen wollte.Nietzsches Idee, dass es keine Tatsachen gibt, sondern nur Interpretationen, zeigt die Überwindung der Realität gleichermaßen wie es auch Freud zeigte in seinem kleinen Essay über die "Kästchenwahl" (in: Der Moses des Michelangelos). Er förderte gleichzeitig die Haltung Heideggers (im Vorlaufen in den Tod liegt ein gelungenes Dasein), die allerdings Canetti im allgemeinen Vorwurf des Wahns gegenüber allen mit verteufelt."Es ist möglich, dass die Rigidität deines Todeshasses dir bestimmte Zeiterfahrungen versperrt hat." So Canetti noch vor dem Tode. Hier zeigt sich, dass er in der Stärke des Hasses nach außen, den inneren Umgang mit dem Ende versäumt hat. Jedoch wird die subjektive Erfahrung am Tod seines Vaters deutlich, nämlich zu früh Opfer gewesen zu sein. Für ihn ist somit auch Kant ("Den Tod fürchten die am wenigsten, deren Leben den meisten Wert hat.") nicht hilfreich, da der Tod unerwartet, unvorbereitet, einfach zu früh kam.Dieses Werk der essayistischen Sichtweisen Canettis (1905-1994) wurde posthum veröffentlicht. Lesen Sie auch: "Über den Tod. Essenzen." von Tugendhat. (2006)