Read Religio duplex: Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung by Jan Assmann Online

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Im 17 Jahrhundert schl gt die Geburtsstunde der Religionswissenschaft Sie entsteht aus der Frage nach der Herkunft der G tter, des Polytheismus, der Idolatrie Der Monotheismus, darin war man sich einig, bildete die Urreligion Das war nicht die Religion der Offenbarung, sondern die Religion der Natur und der Vernunft, die allen Menschen gemeinsam und auch in allen heidnischen Religionen aufsp rbar ist Die Vielg tterei entstand erst mit den Staaten denn Herrschaft braucht die G tter, um dem Volk politische und moralische Orientierung zu geben Unter diesen Bedingungen zog sich die Urreligion in den Untergrund zur ck So entstanden die Mysterien.Grundmodell dieser Entwicklung ist das Alte gypten, der erste Staat der Geschichte, in dem sich diese religi se Doppelstruktur besonders klar auspr gte Die gypter hatten zwei Schriften, so las man es bei den Griechen eine f rs Volk, eine f r die Mysterien, und sie bauten ber der Erde f r die offizielle und unter der Erde f r die geheime Religion, n mlich den Kult der verschleierten Isis, in der man Spinozas Deus sive Natura erkannte oben also die vielen G tter, unten der Gott der Philosophen In dieses Bild blickten die Geheimgesellschaften wie in einen Spiegel.Ende des 18 Jahrhunderts hoben Lessing, Mendelssohn und andere diese Idee der doppelten Religion auf eine neue Ebene An die Stelle der Mysterien trat bei ihnen die Idee einer Menschheitsreligion und an die Stelle der Kultur, die zwei Religionen hat, der Mensch, der sich einerseits seiner angestammten Kultur, Nation und Religion und andererseits einer menschheitlichen Verbundenheit zugeh rig wei Keine Religion besitzt die Wahrheit, allen aber ist sie als Ziel aufgegeben In dieser Form gewinnt die Idee der doppelten Religion im Zeitalter der Globalisierung eine ungeahnte Aktualit t....

Title : Religio duplex: Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung
Author :
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ISBN : 3458240519
ISBN13 : 978-3458240518
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch, Englisch, Latein
Publisher : Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag Auflage 1 6 M rz 2017
Number of Pages : 509 Seiten
File Size : 999 KB
Status : Available For Download
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Religio duplex: Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung Reviews

  • Jupiter
    2018-10-28 02:24

    Das vorliegende Buch ist eines der besten und tiefgreifensten Bücher in meinem Literaturverzeichnis.Jan Assmann belegt, mit seiner großen Arbeit dieses Buches, dass die Religion der früheren Kulturen bis zu den monotheistischen Erscheinungen aus zwei Denkweisen besteht: Einer ESOTERISCHEN und EXOTERISCHEN.In der Renaissance und der Aufklärung des 17. und 18. Jh. Haben sich diese Strömungen in die Profane äußere predigende Form eines militärischen Religionskultes und eines im Geheimen mystischen Religionskult gegliedert. Die Profane äußere Form, dient dem Volk und den einfachen Menschen, das mystizierende in Gegenstand und Bild zu finden, ohne die geistigen Schranken zu durchbrechen.Die zweite esoterische Exegese der früheren Mysterien, die zumeist aus Ägypten, Sumer oder Persien stammen, besinnt sich darauf, die Bilder und Bücher, in Formen von innerer Deutungssuche in einem Prinzip zu finden.Die Ägypter auf die sich Assmann bezieht, sahen neben der kosmischen 9er Götterreihe das ganz verborgene Prinzip, welches sie als Ur-Chaos verstanden aus dem alle Götter entstanden waren. So auch bei anderen Völker, der Inder, der Perser usw.Diese Variante des Polytheismus verbirgt einen verborgenen Monotheismus in sich, den man aber nicht als Mono-Kausal verstehen sollte, denn Mono = 1 neben 1 kann nicht das Verborgene Ur-Chaos meinen, was über die Eingeweihten griechischen Philosophen ( Thales, Solon, Platon, Aristoteles, Heraklit, Pythagoras usw. ) bis Plotin mit dem Einen Unaussprechlichen beschrieben haben.Jan Assmann spricht dabei von Kosmotheismus.Über den den ersten monotheistischen Bezug von König Echnaton der Aton zu als erstes mit Namen das EINE versucht hat Auszusprechen, wurden die Mystieren in den gegenständen und abläufen der Natur wiedergefunden. So übernahmen die Hebräer die auch die Vorstellung des EINEN Gottes der in der Sprache und des Bildes zu finden ist, was sich auf das Christentum auswirkte. Die Mysterien gingen jedoch nicht verloren, sondern wurden in der jüdischen Mystik, später unter dem Namen Kabbala bezeichnet, von hebräischen und gnostischen Gruppen aufbewahrt. Das Christentum übernahm dann in ihrer Entstehung die mystische Variante des Platonismus über Plotin, Jamblich und Proklos usw.Augustinus ebenfalls Neuplatonisch, verband die alten Mysterien mit den Vorstellungen des Sprechenden Gottes, und beide denkweisen beziehen sich auf das EINE.Die Religio duplex.Der Platonismus wurde mit den direkten mystischen Vorstellungen der Hermetik wiedergegeben, so wurde auch ein Teil der Hermetik vom Christentum aufgenommen, unter anderem von Denkern wie Marsilio Ficino, Pico de Mirandolla und Cosimo de Medici, hier wurde der Neuplatonismus wiederbelebt und mit der Hermetik verbunden, obwohl beide, wie auch die Mono-Religionen und gnostischen Katharer und Sufis die gleichen Ursprünge besitzen.Ralph Cudworth arbeitete die vorhandenen Bücher neu auf und verfasste viele Schriften ins Englische vom Latain, so wie Luther für die äußere Profane Doktrin das Christentum ins Latainische übersetzte.Die mystische hermetische Doktrin wurde von den christlichen Rosenkreuzern weiter in ihrem Kreise weiter gelehrt, wie auch bei Freimaurern, Jesuiten und Theosophen, während das Volk für die menschliche Vorstellung des EINEN, den Bildlichen und Sprechenden Gott in der Religion wiederfand.Religio duplex.Jan Assman spricht z.B. Von kleinen und großen Mysterien. Die kleinen Mysterien zeichnen sich durch die Interpretation von Götzenbildern aus und heidnischen Ritualen.Die großen elitären Geheimnisse müssen dagegen vom Mystiker in tiefster Dunkelheit erforscht werden, bevor sie ins licht der Erkenntnis gehen und von der Materie gelöst werden. ( Die Himmelfahrt Jesu )Assmann schreibt: ... ,, Diese in allen Religionen verbreitete Geheimlehre bestand nach Cudworth in der Erkenntnis, daß Gott Alles und daß Alles Eines ist. Diese Theologen der All-Einheit sein in Ägypten zuerst als Gehimlehre entwickelt worden und habe sich dann von dort durch Reisende, die sich den Einweihungen unterzogen haben, anderswohin verbreitet. Als eine allen Menschen gemeinsame, allen Religionen zugrundeliegende Annahme bilde die Lehre der All-Einheit das "geistige System des Universums".Um diese Lehre den Wissenden mitzuteilen und sie zugleich vor den Unwissenden geheimzuhalten, verwenden die Ägypter Cudworth zufolge zwei Methoden: Allegorien und Hieroglyphen. Cudworth folgte der allgemeinen Deutung der Hieroglyphen als "Figuren, die nicht lauten oder Wörtern entsprechen, sondern unmittelbar Gegenstände und Begriffe des Bewusstseins darstellen und die hauptsächlich verwendet wurden um die Mysterien ihrer Theologie und Religion so auszudrücken, daß sie vor der profanen Menge verheimlicht blieben". das war die Hieroglyphische Wissenschaft und Theorie, in der Mose unterrichtet wurde. Für Cudworth steht es außer jedem Zweifel, daß sie in der Lehre von der Einen und universalen Gottheit, dem Schöpfer der ganzen Welt, bestand. Als Quelle für diese Lehre berief sich Cudworth wie schon Marsilio Ficino und Pico de Mirandolla im 15.Jahrhundert auf das Corpus Hermeticum. Diese Konvolut philosophisch-theologischer Texte in griechischer Sprache, das sich auf den ägyptischen Erzweisen Hermes Trismegistos als seinen Autor berief, war 1463 aus Byzanz nach Florenz gelangt und hat im Westen eine Furore gemacht, die die Wiederentdeckung des Horapollon noch in den Schatten stellte. Während Ficino, der die Texte ins Latainische übersetzte, das Corpus Hermeticum für ein Zeugnis älterer Weisheit hielt, das bis in die Tage des Mose und vielleicht noch weiter zurückreichte, trug Cudworth jedoch bereits der Kritik von Isaac Casaubon ( 1559-1614 ) Rechnung, der zweifelsfrei bewiesen hatte, daß das Corpus Hermeticum aus der Spätantike stammt. Cudworth nahm das Corpus als Zeichen nicht für das Alter, sondern für die Langlebigkeit der ägyptischen theologischen Tradition, die zur Entstehungszeit dieser Texte noch nicht erloschen war. Die Arkantheologie des corpus Hermeticum, die Cudworth aus vielen Dutzenden von Zitaten herausdestilliert, läuft auf die Theologie der All-Einheit hinaus. Für die Ägypter manifestiert oder verhüllt sich das EINE ( to hen ), der unsichtbare Ursprung, in Allem ( to pan ). Diese Theologie des ( to hen kai to pan ) illustriert Cudworth mit einer äußerst eindrucksvollen Sammlung von Stellen aus den 16 Traktaten des Corpus Hermeticum, die er im griechischen oder latainischen Original und in seiner eigenen hymnisch inspirierten Übersetzung zitiert...Ihren vornehmsten Ausdruck findet die Arkantheologie des verborgenen Gottesfür Cudworth in der Inschrift auf dem verschleierten Bild zu Sais. Er scheint der erste zu sein, der Plutarchs und Proklos berühmter Beschreibung eine zentrale Stellung in der ägyptischen Theologie einräumt. Er gibt Plutarchs Version der Inschrift "auf dem Tempel zu Sais" als ( Ich bin alles was war, ist und sein wird, und meinen Schleier hat kein Sterblicher je aufgedeckt ). Für Cudworth spricht in dieser Inschrift Isis als die göttliche Natur. Berkeley faßte Cudworth thesen treffend zusammen: Platon und Aristoteles betrachten Gott als abstrahiert oder unterschieden von der natürlischen Welt. Die Ägypter aber betrachten Gott und Natur als Einheit oder alle Dinge zusammen als ein Universum. damit schlossen sie den verstehenden Geist nicht aus, sondern betrachten ihn als den umfassenden Raum. Daher gilt. daß ihre Denkweise, was immer auch an ihr falsch gewesen sein mag, keinen Atheismus impliziert noch zu ihm führte.Damit hat Berkeley Cudworth Konstruktion der ägyptischen Arkantheologie auf den Punkt gebracht. Sie bestand in der Gleichsetzung von Gott und Natur, und zwar so, daß nicht Gott auf die natur reduziert, sondern die natur als allumfassende Gottheit verstanden wurde. Damit war nicht sichtbare Natur gemeint ( natura naturans ), sondern die unsichtbare Natur als das geistige Prinzip, das sich als natur manifestiertbzw. Verhüllt. "_______________________________________Das Buch von Assmann geht in dieser tiefen Ausführlichkeit weiter und schichtet die Ereignisse von Religio duplex in allen ihren Varianten wieder.Zum Schluss des Buchs zitiert Assmann mehrere Eingeweihte wie zum Beispiel Lessing oder Moses Mendelsohn, die den Verlauf der Mysterien, in der profanen wie auch in der spirituellen Exegese und Kunst sich zugetragen hat.Jan Assmann spricht von der drei Mysterien Gliederung sogar von Religio triplex: Große Mysterien, kleine Mysterien und die gesproche dogmatische Volksreligion die aus den Mysterien in sprache und Bild gestellt wurde.Für mich ist diese Buch eines der informativen im Bereich der: Religion, Mystik und Kultur, neben Gershom Scholem, Christoph Schulte und Papus, ein rares Indiz von großartiger Forschung das mit seinem ganzen Wissen in dieses Buch verpackt wurde.Das Buch ist nur noch schwer zu Erwerben und ob oder wann es eine Neuauflage davon geben wird, so wurde mir von Suhrkamp Verlag gesagt, ist ungewiss.Daher Rate ich jedem der sich mit dieser Thematik befasst und das Buch gebraucht findet oder zu noch fairen Preisen erwerben kann, sollte es tun, bevor es komplett Ausverkauft ist.Jan Assmann hat mit diesem besonderen Buch ( Religio duplex - Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung ) sein ganzen Wissen seiner Jahrzehnte langen Forschung auf dem Gebiet der Ägyptologie, Kulturwissenschaft und Philosophie als Meisterwerk hingelegt.J.v.N.22