Read Sexbeat by Diedrich Diederichsen Online

sexbeat

Wer Pop sagt, muss auch Sexbeat sagen Und mitreden kann nur, wer es gelesen hat Sexbeat das erste Buch von Diedrich Diederichsen erschien 1985 und erz hlt von der Zeit seit 1972, von Hipness und der Welt der Spie er, vom postmodernen Aufwachsen, von einer Generation, die sich scheinbar endg ltig vom Fortschritt verabschiedet hat Sexbeat entstand zwischen Zeiten und Zust nden, Jobs und Weltanschauungen, zwischen der Musik von Roxy Music, Heaven 17 und ABC Diedrich Diederichsen berichtet von seiner Jugend, von der ersten Gegenkultur, die sich gegen ber einer alten linken Boheme behaupten musste Niemand glaubte mehr an nat rlichen Ausdruck, stattdessen an Strategie und Subversion Als auch das schal wurde, ging es pl tzlich doch weiter Die Leute blieben l nger auf, nahmen noch mehr Drogen, h rten noch lautere Musik Neuausgabe mit einem aktuellen Vorwort von Diedrich Diederichsen...

Title : Sexbeat
Author :
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ISBN : 9783462031737
ISBN13 : 978-3462031737
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : KiWi Taschenbuch Auflage Neuausgabe, Nachdruck 14 November 2002
Number of Pages : 224 Seiten
File Size : 587 KB
Status : Available For Download
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Sexbeat Reviews

  • Alba
    2019-05-21 21:36

    Kürzlich hörte ich einen Bericht über die neue Platte von Jan Delay, die angeblich eher eine Rock-Platte sein soll. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob und wie man Pop und Rock eindeutig voneinander trennen soll. Vielleicht ist es eine Frage der Haltung und Einstellung.In seinem Buch Sexbeat aus dem Jahre 1985 setzt Diedrich Diederichsen das Gegensatzpaar Rock aus LA versus Pop aus London. Des weiteren gilt für ihn, vereinfacht gesagt: Rock ist eher dumpf, und Pop ist smart, obwohl doch gerade eine Punkrock-Band, nämlich der Gun Club, für ihn ein Schlüsselerlebnis darstellte. In dem Stück Sexbeat, das diesem Buch den Namen gab, singt Jeffrey Lee Pierce die schöne Zeile: We can f**** forever, but you will never get my soul.Man redet ja zur Zeit wieder gerne über Pop-Musik und Pop-Theorie. Dem Wort Theorie entnehme ich: das muss wohl wichtig sein. Auch ich bin im Diederichsen-Fieber, lese allerdings erst einmal ein älteres Buch, Sexbeat, in der Neuausgabe aus dem Jahre 2002. Schon in der Einleitung, in der Diederichsen ausführt, eine Gegenposition zu seinen Gedanken um 1985 darzulegen, muss ich an vielen Stellen Fragezeichen setzen, da sich mir der Sinn nicht immer erschließt. Das liegt übrigens nicht so sehr am verschachtelten Satzbau. Meiner Meinung nach liegt das eher daran, dass einiges als bekannt vorausgesetzt wird, statt es dem Leser nahezubringen.Die überzeugendsten und interessantesten Stellen des Buches sind für mich nicht diejenigen, wo akademisch theoretisiert wird, sondern die eher persönlich gefärbten, mit Leben gefüllten Darstellungen und sei es auch nur die Anteilnahme am HSV, der damals anders als heute ziemlich erfolgreich war. Das Theoretisieren halte ich angesichts des Gegenstandes, also der Pop-Kultur, die ich zu den schönen Nebensächlichkeiten zähle, für eher unangemessen. Ein Beispiel: Auf Seite 102 spricht der Autor im Zusammenhang mit der Pop-Kultur der 80er Jahre von der “offiziellen (Pop-) Geschichtsschreibung“. Die Jugendlichen, die sich über Äußerlichkeiten, wie Kleidung, Mode, Haarschnitt unterhalten, bzw. definieren, führen darüber einen “Diskurs“, die Beschäftigung mit Pop-Musik wird zu einer diskursiven Tätigkeit. Die bevorzugte Musik ist “referentiell“, also “Zitat-Pop“. Sie ist “so extrem referentiell … dass sie analog zur Sprache funktioniert.“ Was will der Autor damit sagen? Sprache funktioniert innerhalb einer Gemeinschaft, weil es eine Übereinkunft hinsichtlich eines Zeichensystems gibt. Gerne spricht der Autor auch von dem Kriterium der “Historizität“.Zu meinen Lieblingsstellen gehören die Ausführungen zur “proletarischen Mode“: Zum Beispiel: „Je gefährdeter der Hauptschulabschluss, desto Princeton und Harvard das Sweatshirt.“ (S. 103)Im Zusammenhang mit einer sogenannten “proletarischen Pop-Kultur“, die sich in der Kleidung im Tragen von Universitäts-Sweatshirts, in der Musik im Bevorzugen von Heavy Metal und in der Literatur in der Vorliebe für Perry Rhodan äußere, wird noch einmal die Sprachwissenschaft in Form von Saussure bemüht: Querverbindungen seien wichtiger als Inhalte (S. 103). Ähnlich erhält die sprachliche Form erst dadurch Bedeutung, dass sie in Beziehung zu anderen Formen steht.Wie bereits oben erwähnt, werden manche Dinge in dem Buch Sexbeat meiner Meinung nach nicht hinreichend erklärt, sondern als bekannt vorausgesetzt oder in einem komplizierten Sprachgebrauch beschrieben.Um es mit Saussure auszudrücken: die Schwierigkeiten des Textverständnisses liegen auf der Bedeutungsebene. Diederichsen neigt außerdem dazu, in seiner akademischen Ausdrucksweise Begriffe unterschiedlicher Wissenschaften zu vermischen, wobei er die Bereiche Philosophie, Soziologie und Kunst besonders schätzt. Wie er im Nachwort betont, spricht er “mit den Stimmen und Argumenten verschiedener … geschätzter Schulen“. Ein umfangreiches “name dropping“ ist eine natürliche Folge. Hut ab vor so viel Belesenheit.Das alles macht die Lektüre nicht unbedingt zu einem angenehmen Zeitvertreib, sondern eher zu einem harten Stück Arbeit.Druckfehler gibt es in der Neuausgabe übrigens auch noch einige. Es wäre sicherlich nicht schlecht gewesen, jemanden einmal Korrektur lesen zu lassen. Auf diese Weise hätte man auch noch einmal eine Rückmeldung bezüglich der Verständlichkeit der Sprache erhalten können. Aber vielleicht hat der Autor ja gar kein Interesse daran.Auch wenn ich das Buch Sexbeat eher interessant als toll finde, so bewundere ich doch, was der Autor, mittlerweile Professor für Ästhetik an der Akademie der bildenden Künste in Wien, mit seinem Steckenpferd, der Pop-Musik und -Kultur, erreicht hat.Allen Lesern wünsche ich viel Spaß und vor allem Durchhaltevermögen bei der Diederichsen-Lektüre.