Read Die neuen Spießer: Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft by Christian Rickens Online

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Die neuen B rgerlichen sind auf dem Vormarsch Sie klagen ber den Niedergang von Familie, Glauben und Vaterland und fordern eine R ckkehr zu alten Werten Doch was ist dran an ihren Thesen Was ist Provokation, was irrationale Schwarzmalerei Wo irren Schirrmacher, Hahne Co Mit Intelligenz und Klarsicht hinterfragt Christian Rickens erstmals die Ideen und Positionen der neub rgerlichen Propheten und r umt mit deren Vorurteilen, Mythen und Denkfehlern auf....

Title : Die neuen Spießer: Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft
Author :
Rating :
ISBN : 3548369650
ISBN13 : 978-3548369655
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Ullstein Taschenbuch November 2007
Number of Pages : 288 Seiten
File Size : 969 KB
Status : Available For Download
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Die neuen Spießer: Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft Reviews

  • B. Krohn
    2018-11-01 23:47

    Entsetzt von der Lügenkampagne, die über Eva Hermann hereinbrach, und auch deswegen mit einigen ihrer Anschauungen sympatisierend habe ich dieses Buch neugierig bestellt. Innerhalb von weniger als 24 Stunden hatte ich es begeistert durchgelesen. Endlich einmal eine Replik auf Hahne und Hermann ohne ideologische Borniertheit.Das Buch zeichnet sich m.E. durch eine gelungene Balance zwischen faktenbelegten Argumentationslinien, provokanter Zuspitzung und dennoch fairem Diskurs aus. Überzeugend gelingt es dem Autor, manche Mythen und Horrorszenarien der Demographie oder Kinderlosigkeit von Akadmikerinnen zurecht zu rücken, oder ganz zu entlarven. Der Humor ist liebvoll, teilweise selbstironisch - aber nie bösartig.Ein absolut lesenswertes Buch, das sich durch seinen liberalen die Argumente suchenden Geist in einer von Ideologien verzerrte Debatte wohltuend abhebt. Dass auf der letzten Seite dann gerade das Tischgebet als eines von zwei Symbolen der neuen borniert-rückwärtsgewandten Bürgerlichen angeführt wird, die als Minderheit noch weiter nerven wird, ist schade. Den erfrischenden Erkennntissen bei der Lektüre tut dies allerdings keinen Abbruch.

  • Peter Raeggel
    2018-10-26 01:42

    Endlich schreibt es mal jemand. Aber zur großen Verteidigungsschlacht für 68 muß ein Mann des Geburtsjahrgangs 1971 antreten. Schwaches Bild!Geschenkt, daß er mit der brandt-schmidtschen Sozialpolitik der Siebziger nichts anfangen kann und für eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik plädiert. Das muß bei Wirtschaftjournalisten wohl so sein. Er geht auch nur sehr am Rande auf den RAF-Terror ein, der eigentlich mit auf den Tisch gehört, wenn man über 68 und die Folgen spricht. Vor dem Hintergrund der Debatte um Freiheit für die letzten dieser Wirrköpfe, denen ihre politische Überzeugung - oder sollte man besser sagen ihre Hybris - ohne Not das Leben anderer wert war, hat Herr Rickens vielleicht gut daran getan, das Thema kleinzuhalten.Die Verteidigung der 68er ist nämlich nur bedingt das Anliegen des Buches. Rickens ist der Erste, der mit den "neuen Bürgerlichen" abrechnet, die den Roll-Back in die Fünfziger wollen, als die "züchtige Hausfrau noch die Mutter der Kinder" war, Konrad Adenauer souverän den Landesvater gab, der "keine Experimente" machen wollte und die erste Garnitur der Wendehälse, die man damals bloß noch nicht so nannte, ihre zweite Chance gründlich nutzte.Diese Protagonisten von Sekundärtugenden, Arbeitsethos ohne -plätze und Mißbraucher ihrer Religion zum Zwecke sozialer Kontrolle sind die eigentlich mit diesem Buch Gemeinten. Sie allerdings haben sich die 68er als Feind ausgeguckt, den es zu bekämpfen gilt. Das treibt Christian Rickens fast zwangsläufig an die Seite der Revolutionäre. Der gesellschaftliche Klimawandel vor knapp vierzig Jahren bringt für die Herren Hahne, Di Fabio, Nolte, Schirrmacher, Matussek und natürlich Frau Herman, welche hauptsächlich erwähnt werden, die Entwertung der Werte, Nihilismus und Egoismus pur. Davon gab es vorher selbstredend keine Spur. Die Bewegung des Herrn Hitler nur ein bedauerlicher "Freak-Unfall?"Falsch sagt Rickens: Die neuen Bürger verwechseln Egoismus mit Individualität und Werteverfall mit Wertewandel!Der Autor sieht die Studentenrevolte als Auslöser dür die Öffnung der deutschen Gesellschaft. Warnhinweise im Radio vor dem Spiel von Beatmusik, "Draußen nur Kännchen" und ein Parteifreund des Gröfaz als Bundeskanzler waren danach Vergangenheit. Dafür kann das heute eine Frau machen und zwar als amtierende Vorsitzende ihrer Partei. Eine andere Partei wird heute von einem Mann geführt, der vor 68 als Schwuler im Knast gelandet wäre und zwar genau deswegen. Heute undenkbar. Die dritte Partei hat in 68 eine ihrer Wurzeln und unserem Land ein völlig neues Politikfeld erschlossen.Interessant nur,daß die Bewegung die fast als Synonym für Protest gilt, dieses Buch nicht aus den eigenen Reihen hervorgebracht hat und so gar nicht darauf gefaßt ist, jetzt selbst als Altvordere verdrängt werden zu sollen.Auch die Differenzierung von Herrn Rickens gefällt mir: Spießer ist nicht, wer innerhalb einer offenen Gesellschaft bürgerliche Werte wieder leben will, sondern der, der diese Werte jedem und jeder zu Lasten dieser Gesellschaft qua veröffentlichter Meinung überzustülpen trachtet, und sei es nur, weil er Angst vor Veränderung hat. Wer dann hingeht und uns das als Lösung der derzeitigen Probleme verkauft, obwohl das schon in den Sechzigern die Gesellschaft nicht mehr getragen hat. Quasi den frischen Wind besagter vierzig Jahre als "Muff" wieder beseitigen möchte.Eva Herman neutralisiert Uschi Obermaier. Da sei Christian Rickens vor.

  • bonefiesler
    2018-11-16 19:42

    Grandios! Anders kann man dieses Werk nicht bezeichnen. Mit messerscharfem Verstand und geschickter Analyse entpuppt Christian Rickens die Inhalte konservativer Dampfplauderer als das was sie sind: moralisierender Unfug, meist frei jeglicher Logik, zur Stüzung des eigenen Weltbildes, deren Ansprüche sie jedoch selbst nicht erfüllen können. Die treffenden, oft humorvollen Formulierungen machen das Werk zudem zu einem großen Lesespaß. Ich bin begeistert.

  • C. Schmidt
    2018-11-19 00:30

    Das Buch von Christian Rickers fiel mir zufällig beim Stöbern in die Hände. Eigentlich wollte ich das Werk zuerst gar nicht erwerben, da mir besonders der Untertitel "Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft" zu stark dramatisiert schien. Werden nicht heutzutage alle gesellschaftlichen Themen viel zu sehr hochgepushed um gute Verkaufsergebnisse zu erzielen?Insgesamt hat sich die Lektüre meiner Meinung nach aber trotzdem gelohnt, da sie durchaus neue Denkanstöße zu den Begriffen "Spießigkeit" und "Bürgerlichkeit" bietet. Ich selbst wurde - im Gegensatz zu den meisten Menschen meiner Altersgruppe - eher konservativ erzogen und halte dies meiner Familie auch zu Gute. Im Gegensatz zum Autor "der neuen Spießigkeit" bin ich nämlich schon der Meinung, dass in unserer Gesellschaft durchaus ein Wertewandel stattgefunden hat, der bis heute anhält. Mir persönlich fällt, auch im Umgang mit gleichaltrigen Arbeitskollegen, immer wieder auf, dass ganz einfache und für so selbstverständlich gehaltene Umgangsformen durchaus nachgelasen haben; nicht selten höre ich nicht mal ein "Guten Morgen" wenn ich morgens das Büro betrete oder ein "Dankeschön" wenn ich beispielsweise jemandem die Tür aufhalte. Auch halte ich es für übertrieben, wenn Rickens anführt, dass die Mehrheit der Pflegebedürftigen in Deutschland von der eigenen Familie zu Hause betreut wird statt in Altenheimen. Die Realität sieht ja wohl anders aus - oder ist der Begriff "Pflegenotstand" auch nur eine Ausgeburt der neuen Bürgerlichen?Trotzdem muss ich dem Autor in einigen Punkten durchaus zustimmen. Zum Beispiel wenn er darauf verweist, dass der Liberale Guido Westerwelle in den spießigen 50er Jahren als Homosexueller wohl kaum eine Chance auf eine Politikerkarriere gehabt hätte. Auch die Informationen über die Neoliberalen in den USA, zu denen auch die ehemalige Außenministerin und Bush-Liebling Condoleeza Rice gehört, fand ich sehr interessant.Fazit: Trotz einiger Widersprüche ist das Buch von Monsieur Rickens durchaus lesenswert, denn er zeigt auf, dass auch bei den neuen Bürgerlichen nicht alles Gold ist, was glänzt!