Read Das Haus Wittgenstein: Geschichte einer ungewöhnlichen Familie by Alexander Waugh Online

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Die Wittgensteins geh ren zu den schillerndsten Familien des ausgehenden 19 und 20 Jahrhunderts Vater Karl hatte es als Stahlmagnat zu gro em Verm gen gebracht und f hrte ein offenes Haus, in dem Musiker wie Brahms, Mahler oder Richard Strauss und die Wiener Avantgarde verkehrten Seine Kinder jedoch litten unter dem strengen Vater Drei der f nf S hne brachten sich um, einer verschenkte sein Erbe und wurde ein weltbekannter Philosoph, einer blieb Pianist, der trotz fehlender rechter Hand konzertierte und sich von Ravel, Hindemith, Prokofjew oder Britten St cke komponieren lie In seiner faszinierenden Biographie schildert Alexander Waugh die gesamte Tragik und Gr e einer Familie vor dem Hintergrund zweier Weltkriege und dem Nationalsozialismus Entstanden ist das ersch tternde Portrait einer Familie so hochbegabter wie schwieriger Menschen....

Title : Das Haus Wittgenstein: Geschichte einer ungewöhnlichen Familie
Author :
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ISBN : 359618228X
ISBN13 : 978-3596182282
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : FISCHER Taschenbuch Auflage 4 1 Dezember 2010
Number of Pages : 448 Seiten
File Size : 961 KB
Status : Available For Download
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Das Haus Wittgenstein: Geschichte einer ungewöhnlichen Familie Reviews

  • Sagittarius
    2019-01-14 09:13

    Ein grosses Reich zerfällt, die Herrschaft eines Geschlechts, das über Jahrhunderte geherrscht hat, geht zu Ende.In diesem Reich eine grosse Sippe- zu grossen Reichtum durch Karl Wittgenstein aufgestiegen. Der Patriarch war hochbegabt, einer der sich von ganz unten durchgebissen hat, immer wieder riskant agierte und gewann. Der Krebs besiegte ihn 1913.Vater von neun Kindern, von denen sich drei Söhne umbrachten. Sie waren dem Übervater nicht gewachsen. Die beiden anderen Söhne, Paul und Ludwig überlebten ihn, litten dennoch ein Leben lang am Haus Wittgenstein. Der lebenslang exzentrisch Ludwig ( heute das bekannteste Mitglied dieser Sippe) und Paul, dem sein aufbrausendes Wesen manche Ungemach einbrachte.Die Schwestern nicht so exponiert. Sollte doch mindestens eine von ihnen, Margret, im Lauf der Geschichte eine herausragende Rolle spielen.In der Familie bereits viel Zerfall- auch untereinander, selbst im Sterben wird die ältere Schwester Hermine von ihrem ebenfalls todkranken Bruder Ludwig nicht besucht.Neben dem inneren Zerfall der Familie Wittgenstein kommt die Macht der Zeitumstände über sie. Die Wittgensteins werden 1938 als Volljuden bezeichnet und hätten dies nicht, wäre nicht so viel Geld und Beziehung vorhanden gewesen, sicher nicht überlebt.Waugh beschreibt in einer ungeheuren biographischen Leistung Zeit und Familie.Die absterbende Donau-Monarchie, das dahin darbene , dann begeistert in das Nationalsozialismus einschwenkende Österreich sind die Folie, die auch den Bestand der Familie Wittgenstein nicht unberührt bleiben lassen kann. Der sonst so eigensinnig-widerständige Paul hängt,gegen seine Überzeugung, die Nazi-Fahne am Wittgenstein-Palais aus.Immerhin ist zu konstatieren, dass eine so begüterte Familie überleben kann, Geld ist eine gewisse Macht. Und so konnte etwa für zwei Wittgenstein-Schwestern in Wien eine Insel im nationalsozialistischen Meer erhalten werden. Man opferts dafür die Goldreserven , die in der Schweiz lagerten.Auch nach dem Krieg war die Familie von der Geißel "Krebs" schwer getroffen, beide Brüder Ludwig und Paul starben daran.Die Grösse der Familie war vergangen, aber der Stern Ludwig Wittgensteins leuchtete hell.Ein Buch, das man eigentlich erst zur Seite legen kann, wenn man an seinem Ende ankam.

  • Anna Marga
    2019-01-13 11:11

    Man kann Alexander Waugh gar nicht genug bewundern für die Leistung, die er mit diesem Buch vollbracht hat. Es gelingt ihm, die Einzelschicksale der Wittgenstein-Familienmitglieder über ca. drei Generationen hinweg ' schwerpunktmäßig die Generation von Paul, Ludwig und ihren Geschwistern ' darzustellen und ihre charakterlichen Veranlagungen, ihre familiären Verflechtungen und Konflikte sowie die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, die ihre Lebenswege maßgeblich bestimmt haben, darzustellen. Ein sehr ergreifendes Buch, absolut empfehlenswert.

  • Mag Sarah Krampl
    2019-01-13 09:16

    Mit dem Namen Wittgenstein verband ich bis nach der Lektüre dieser Familienbiographie nur den Namen des in England bekannt gewordenen Philosophen Ludwig. Ich wusste bereits, dass Ludwig sich nicht sonderlich gut mit seiner Familie verstand und sein ererbtes Vermögen seinen Geschwistern schenkte. Ich wusste auch, dass die Familie Wittgenstein sehr musikalisch war. In dieser Biografie von Waugh liegt der Schwerpunkt in der Erzählung des Lebens des um Eineinhalbjahre älteren Bruder Ludwigs, dem zu Weltruhm gelangten Pianisten Paul. Dies ist nicht verwunderlich wenn man bedenkt, dass Waugh selbst Musik studiert hat.Am Anfang wird das Leben der Großeltern und Eltern von Ludwig und Paul erzählt, also in Wien ab ca. 1880. Zwei gänzlich verschiedene Charaktere mit verschiedenen Zielvorstellungen sind im Vater Karl und der Mutter Leopoldine aufeinander getroffen und fast alle Kinder waren, wie die Mutter, eher auf der musikalisch-künstlerischen Seite als auf der kaufmännischen. Deshalb gerieten auch hauptsächlich die Buben in Streit mit dem "strengen" Vater, der einen Nachfolger für sein aufgebautes Imperium wollte. Ludwig hatte ja 8 Geschwister, 4 Brüder und 4 Schwestern, wobei sich zwei Brüder das Leben nahmen und 1 Schwester noch im Babyalter starb. Von den Geschwistern neben Paul und Ludwig nimmt Margaret genannt "Gretl" eine sehr wichtige Stellung im Leben der Familie ein. Man bekommt sehr viele Informationen über alle Mitglieder der Familie samt ihren Freunden und Bekannten, aus den höchsten Rängen und Künstlermilieus der Gesellschaft. Musiker wie Brahms, Schönberg, Liszt waren oft zu Besuch bei den Wittgensteins, denn sie hatten in ihrem "Wohnzimmer" 7 Konzerflügeln stehen.Die Biografie wird in einem geschichtlichen Kontext eingebettet. Besonders geht der Autor auf die beiden Weltkriege ein, sowie auf die Weltwirtschaftskrise der Dreißiger Jahre, weil sich diese geschichtlichen Epochen vehement auf das Leben der Familie Wittgenstein auswirkten.Trotz Missbilligung vonseiten vieler Familienmitglieder gelang es Paul und Ludwig ihren eigenen Weg zu gehen. Paul verlor im ersten Weltkrieg seinen rechten Arm und spielte trotzdem weiter Klavier, obwohl ihm gerade seine Verwandten nahe legten damit aufzuhören und sich nicht lächerlich zu machen. Ludwig war mehr oder weniger das schwarze Schaf der Familie und als er bereits in Cambridge als Philosoph hoch verehrt wurde, brachte ihn die Familie alles andere als Respekt entgegen, im Gegenteil. Sehr auffallend und gut beschrieben ist, dass sich die Geschwister untereinander überhaupt nicht vertrugen, nicht nur der Vater war von seinen Kindern "entrüstet", sondern auch die Geschwister untereinander schafften es nicht, sich gegenseitig anzunehmen. Jeder hatte genaue Vorstellungen von seinem Leben und diese wurden von den anderen nicht ernst genommen, geschweige denn respektiert und als gut geheißen. Im ersten Weltkrieg waren Paul und Ludwig Kinder ihrer Zeit, die sich von der allgemeinen Begeisterung für den Krieg anstecken ließen. Im zweiten Weltkrieg dann gab es das Problem mit der jüdischen Herkunft und wie viele Familien, glaubten auch die Wittgenstein am Anfang, dass ihre jüdischen Wurzeln nichts mit ihrem jetzigen Leben zu tun hatten und deshalb auch nicht zu einem Problem werden konnten. Dass zwei oder drei der Großeltern jüdischer Abstammung waren, wirkte sich für die Wittgensteins und ihr Vermögen im zweiten Weltkrieg verehrend aus. Seitenweise beschreibt Waugh wie einige Geschwister versuchen das Familienvermögen zu verwalten bzw. zu erhalten, wobei die Geschwister teilweise nur mehr durch den Anwalt miteinander kommunizieren.Sehr viele Familienmitglieder werden in dem Buch erwähnt und am Anfang des Buches ist zur Orientierung eine Ahnentafel angebracht, die man auch gerne zu Rate zieht.Diese Biographie ist so spannend geschrieben wie ein Roman und wenn man sich für den einen oder anderen Wittgenstein interessiert, dann bereitet die Lektüre das höchste Vergnügen.