Read Luther in der Wirtschaftswissenschaft des 19. Jahrhunderts: Auswirkungen auf moderne Wirtschaftsethik (Philosophie und Ökonomik) by Joachim Fischer Online

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Title : Luther in der Wirtschaftswissenschaft des 19. Jahrhunderts: Auswirkungen auf moderne Wirtschaftsethik (Philosophie und Ökonomik)
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ISBN : 364310572X
ISBN13 : 978-3643105721
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : LIT Auflage 1., 31 M rz 2010
Number of Pages : 463 Pages
File Size : 596 KB
Status : Available For Download
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Luther in der Wirtschaftswissenschaft des 19. Jahrhunderts: Auswirkungen auf moderne Wirtschaftsethik (Philosophie und Ökonomik) Reviews

  • AKADianer
    2019-04-24 18:20

    Im Lutherjahr von besonderem Interesse dürfte die vorliegende Dissertation sein, die die Wahrnehmung und Diskussion der Schriften Martin Luthers in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur des 19. Jahrhunderts bei Friedrich Engels, Karl Marx, Wilhelm Roscher und Gustav Schmoller betrachtet. Luther ist in der Gegenwart zumeist als Initiator der Reformationsbewegung und Bibelübersetzer bekannt, wird jedoch bereits von Marx als „ältesten deutschen Nationalökonomen“ bezeichnet und in seinen Schriften am häufigsten zitiert.Der Verfasser beschreibt nach einer kurzen historischen Einordnung zunächst sehr knapp einige volkswirtschaftliche Begriffe wie Mehrwert und Wertschöpfung, Grenznutzen und -kosten sowie Grund- und Zusatznutzen und differenziert in Theologie und Ökonomie verwendete Begriffe. Anschließend werden die lebensgeschichtlichen Entwicklungen und Abhandlungen von Engels, Marx, Roscher und Schmoller mit ihrem jeweiligen Bezug auf Luthers Werken umfangreich vorgestellt und erörtert. Es folgen darauf basierende Betrachtungen aus der Wirtschaftsethik des späten 20. Jahrhunderts von Rich und Herms sowie aus einer Denkschrift der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Nach einem weitgefassten Ausblick mit Fragen zur evangelischen Wirtschaftsethik, insbesondere dem Grenznutzen als reformatorisches Erbe auf unterschiedlichen Grundlagen, schließt die Dissertation mit einer sehr kurzen Zusammenfassung und Schlussfolgerung ab.Luthers judenfeindliche Aussagen wurden nicht erst von der nationalsozialistischen Ideologie für deren Zwecke missbraucht, sondern vorher schon von Marx aufgenommen, der selbst nicht unbedingt als judenfreundlich galt. Dieses und weitere Kritik an der nicht unumstrittenen Logik und Zitierweise Marx’ werden sehr lesenswert erörtert, wenngleich Luther gleichzeitig übermäßig hervorgehoben wird. Ähnlich werden auch die anderen drei Autoren betrachtet, indem sie Luthers Ansätze u.a. zu Arbeit, Handel und Zinsen aufgreifen, was allerdings zunehmend zu einer Verklärung Luthers führt, die nicht unbedingt von der gegenwärtigen Wirtschaftswissenschaft gefolgt werden kann. Der wiederum in der Gegenwart geführte Diskurs über die damalige Auseinandersetzung mit Luther als Abschluss versöhnt nicht wirklich aufgrund seiner eher theologisch ausgerichteten Sichtweise. Sicherlich kann man dem zustimmen, kann aber durch weitere Autoren zu anderer Sichtweise kommen.Fast schon schwülstig wird auf Marx’ Betrachtung des „Capitals“ als Fetisch (S. 96 f.) eingegangen, um die an und für sich dazu identischen Fußnoten 308 und 433 trotzdem unterschiedlich zu gestalten. Das führt zu den negativen Dingen dieser Dissertation, nämlich die sehr schlechte handwerkliche Ausführung des Layouts und Textgestaltung. Es fängt bereits damit an, dass die Schriftgröße des Inhaltsverzeichnisses größer ist als die des eigentlichen Textes (dessen Seitenzählung mit Seite 18 und nicht mit Seite 1 anfängt), die wiederum gleich groß ist wie die der Fußnoten. Bleiben wir bei den Fußnoten, deren Formatierung und Aufbau (falsch gesetzte oder fehlende Leerzeichen, abschließende Punkte sowie Seitenränder) nur von Fehlern strotzt. Richtig konfus wird es auf S. 158, wo ein mehrseitiger Fußnotentext zu Fußnote 542 beginnt, während die Fußnotentexte zu 543 bis 545 von S. 159 bis 162 erst auf S. 163 stehen Offenbar sollten sie Haupttext sein, darauf deuten zumindest mehrere „(ebd.)“ hin. Sorry, das ist nicht wissenschaftlich sondern Schlamperei!!!Das Thema fehlerhafte Leerzeichen (ganz übel zu den Fußnotenziffern 206 und 207 auf S. 71) besteht in gleichem Ausmaß im Text, was den Lesefluss mitunter stört. Warum nach der Fußnote 209 der Fußnotentext auch im Haupttext folgt, weiß wohl nur der Verfasser. Eine dreifache Wiederholung eines einzelnen Sachverhalts binnen drei Sätzen zu Anfang des Unterpunkts 1.5.5.1 auf S. 137 ist wohl unaufmerksamen Korrekturlesens geschuldet.Mehr fallen jedoch wiederholt seitenlange Absätze ins Gewicht, die kaum Atempausen beim Reflektieren des Gelesenen erlauben. Warum manche Absätze in der ersten Zeile eingerückt sind, ergibt keinen Sinn. In Kapitel A 1.1.2.3 beginnt eine Aufzählung mit 1 und führt diesen Punkt über knapp zweieinhalb Seiten, ohne dass ein Punkt 2 folgt. Dann gibt es einen Unterpunkt .1 3.3.1 unter Punkt 3.3, was ebenso wenig Klarheit bringt.Weitere Kritikpunkte sind uneinheitliche Anführungszeichen z.B. abwechselnd "…" und „…“ oder laienhaft >>…<< statt »…« (und wenn schon, dann sind die französischen Zeichen gegeneinander zu tauschen) und Auslassungen in Zitaten, die nur selten mit eckigen Klammern gekennzeichnet sind. Politiker sind darüber schon mal gestolpert.Der geneigte Leser möge neben einigen Französischkenntnissen auch rudimentäres Basiswissen aus dem Mittelhochdeutschen mitbringen, um Originalzitate Luthers verstehen zu können. Der Rezensent konnte zwar einige Wörter anhand ihrer entfernt ähnlichen Schreibweise identifizieren, doch blieben viele Sinnzusammenhänge unentdeckt, was interessierten Lesern, die sich vor allen wegen Marx & Co mit dem Text beschäftigen, ähnlich ergehen wird.Was gibt es zur verwendeten Literatur zu sagen? In Kapitel C auf S. 252 in Fußnote 30 entschuldigt sich der Verfasser, dass eine Denkschrift der EKD noch nicht als Buchform vorlag und anstelle dessen auf nur zwei im Internet verfügbare Kapitel im Internet zurückgegriffen werden konnte. Im Literaturverzeichnis fehlt dazu der Link mit Zugriffsdatum. Der Bereich umfasst 12 Seiten mit gut 60 Fußnoten, die somit als unbelegt zu gelten haben. Im Literaturverzeichnis werden weiterhin die 19. und 20. Auflage von Wöhe, Einführung in die Betriebslehre, mit den Jahrgängen 1996 bzw. 2005 aufgeführt. Nun, die 20. Auflage erschien 2000 und 2005 kam die 22. Auflage heraus, während die Fußnote 503 auf S. 145 auf die 21. Auflage von 2002 verwiesen, die nicht im Literaturverzeichnis erwähnt wird. Es ist nicht schwer zu erraten, dass auf die zum Zeitpunkt des Verfassens neueste, 22. Auflage von 2005 keine Fußnote verweist. Man könnte daher durchaus auf den Verdacht des Vortäuschens einer falschen Aktualität kommen…Fazit: Ein interessantes Thema wurde technisch mangelhaft aufbereitet, dass man vom Kauf abraten muss! Die Kritik richtet sich aber auch an die Lektoren des Verlags, die die Vorlage offenbar ungesehen zur Veröffentlichung zuließen, und an die Gutachter der Universität Tübingen (dem annehmenden Professor wurde schließlich mit zwei Literaturangaben ein Denkmal gesetzt). In Zusammenhang mit der Diskussion um v.u.z. Guttenberg erhält diese Dissertation einen schalen Beigeschmack!