Read Ernährungswende: Eine Herausforderung für Politik, Unternehmen und Gesellschaft by Ulrike Eberle Online

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BSE, Acrylamid, Gammelfleisch, Fettleibigkeit Ern hrung hat sich in Deutschland zum gesellschaftlichen Dauerproblem entwickelt Eine Ern hrungswende scheint dringend notwendig Sie zu gestalten, ist eine Herausforderung f r Politik, Unternehmen und Gesellschaft F r den erforderlichen Paradigmenwechsel muss gefragt werden, wie wir uns ern hren wollen und nicht wie sich die Einzelnen ern hren sollen.Die Bed rfnisse und Handlungsspielr ume der Konsument inn en m ssen ebenso betrachtet werden wie der angemessene Umgang mit nat rlichen Ressourcen und die gesundheitsf rdernde Gestaltung von Ern hrung heute und in Zukunft Dieses Buch basiert auf den Ergebnissen des Forschungsvorhabens Ern hrungswende Es benennt den Handlungsbedarf f r nachhaltige Ern hrung, r umt mit weit verbreiteten Mythen auf und veranschaulicht Handlungsm glichkeiten f r eine Ern hrungswende....

Title : Ernährungswende: Eine Herausforderung für Politik, Unternehmen und Gesellschaft
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ISBN : 386581008X
ISBN13 : 978-3865810083
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : oekom verlag 3 November 2016
Number of Pages : 210 Seiten
File Size : 679 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Ernährungswende: Eine Herausforderung für Politik, Unternehmen und Gesellschaft Reviews

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    2019-06-30 12:14

    Ob sich dieses Buch wirklich an den „Laien“ wendet, dürfte etwas fraglich sein, denn es trieft geradezu vor soziologischem Jargon. Das ist sehr schade, denn gleichzeitig wird die mangelnde Kommunikation über Enährung hierzulande beklagt. Dazu verwirrt es den aufmerksamen Leser durch einen Grundwiderspruch: ein äusserst ambitioniertes Programm gesellschaftlicher Reform, die sogenannte „Ernährungswende“ wird wortreich eingefordert, zugleich aber auf eine empirische Basis gestützt, die äusserst interessant und sehr überraschend ist, weil sie mit verschiedenen „Mythen“ über die ökologischen Auswirkungen unserer Ernährung aufräumt. So wird gesellschaftliches Konsumverhalten an sieben verschiedenen Modelltypen vom „desinteressierten Fast-Fooder“ bis zum „ernährungsbewusst Anspruchsvollen“ kategorisch beschrieben, jedoch beträgt der maximale Unterschied in der Energieeffizienz zwischen den Extremen nur 25%, gemessen im Ausstoss klimarelevanter Gase. Und um das Erstaunen perfekt zu machen, ist ausgerechnet der „freudlose Gewohnheitskoch“ der umweltfreundlichste Konsument, noch vor dem überwiegend fleischlos und „Bio“-essendem „Anspruchsvollen“. Diese wirklich überraschenden Erkenntnisse werden durch eine kurze Darstellung künftiger landwirtschaftlicher Produktionsszenarien ergänzt, in denen so extreme Veränderungen wie eine Ausdehnung des Bioanbaus auf 30% der Produktion oder eine Halbierung des Fleischkonsums bis 2030 durchgespielt werden: auch hierbei differiert der Ausstoss klimarelevanter Gase nur im einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Referenzszenario, das die heutige Ernährungspraxis fortschreibt.Leider werden diese doch sehr wichtigen Erkenntnisse nur auf wenigen Seiten dargestellt und überhaupt nicht in einen Zusammenhang zur übrigen Klimarelevanz menschlichen Wirtschaftens und Handelns gestellt. Stattdessen wird eben dieses äusserst ambitionierte Programm für eine „nachhaltige“ Ernährung präsentiert, ohne überhaupt zu reflektieren, ob diese geringen ökologischen Unterschiede so tiefgreifende Reformen überhaupt rechtfertigen.Im Detail scheinen diese „Reformen“ übrigens, obwohl sie eine „Entlastung“ der Konsumenten versprechen, auf teilweise recht unverschämte Bevormundung der Bürger hinauszulaufen: Schüler haben in den zukünftigen Schulen nur noch die Wahl zwischen Vollwert, vegetarisch, islamisch oder DGE-zertifizierter Standardküche, und der kleine Italiener oder das Cafe an der Ecke dürfen sich zusätzlich der Konkurrenz einer (öffentlich subventionierten?) „Quartierskantine“ erwehren, die alle Stadtteilbewohner mit „politisch-korrekter“ Nahrung füttert. Hat die Autorinnen in ihrem Leben niemals der Appetit eine Portion fettiger und sozial völlig nutzloser Fritten überfallen? Inzwischen hat die Medizin für die Zwangshandlung, stets das richtige zu essen, sogar einen Namen: „Orthorexia nervosa“!An solchen „Visionen“ zeigt sich der schwerwiegendste Makel dieses Buches: statt erst einmal den (doch sehr erstaunlichen) Istzustand der hiesigen Nahrungsversorgung sachlich aufzuzeigen und zu diskutieren, wird das doch sehr private Essverhalten der Bürger zum Vehikel gesellschaftlicher Utopien.