Read Bildsprache der Märchen by Friedel Lenz Online

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M rchen Symbole Anthroposophie...

Title : Bildsprache der Märchen
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ISBN : 3878381484
ISBN13 : 978-3878381488
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Urachhaus Auflage 10 Aufl 2012
Number of Pages : 264 Seiten
File Size : 666 KB
Status : Available For Download
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Bildsprache der Märchen Reviews

  • Gunthard Heller
    2019-04-26 22:16

    Friedel Lenz geht von Rudolf Steiners Geschichtsphilosophie aus: Die abendländische Menschheit verliert ihre hellsichtige Verbindung zum Göttlichen (Götterdämmerung), um in der Persönlichkeitsentwicklung einen Fortschritt zu machen (Erwachen des Ich). Dasselbe sieht sie in der Entwicklung des einzelnen Menschen. Das Königtum im Märchen interpretiert Lenz vor dem Hintergrund von Offb 1,6. Die Märchenhandlung zeigt also einen spirituellen Wachstumsprozeß. Das Ich (Geist) wird als König, die Seele als Königin dargestellt. Aus den Trieben und Instinkten werden die Tiere. Die Bösewichter sind je nachdem luziferisch oder ahrimanisch. Aus den Kleidern werden Gedanken, die auf Übersinnliches (weiße Kappe) oder Irdisches gerichtet sind (schwarze Kappe). Aus Berufen werden Gedankenprozesse: der Holzhacker ist auf dem Holzweg; der Schneider wird zum Intellekt, "der unentwegt auf das Ganze geht und Stückwerk daraus macht [...] und der dann die Stücke nach eigenem Gutdünken wieder zusammenfügt zu einem Ganzen" (S. 178); das Spinnen (Drehen eines Fadens) wird zum einseitigen Denken.Je mehr Lenz in die Details geht, desto abstruser wird ihre Deutung. Der Wolf in "Rotkäppchen" wird ihr zu Satan bzw. Ahriman, der an seinem Materialismus (den Steinen, die der Jäger ihm in den Bauch näht) zugrunde geht - da erscheint mir die Interpretation des Wolfs als Großvater, der Frau und Enkelin sexuell mißbraucht, was die Beziehung zum Geistigen durchtrennt, realistischer. Das Mädchen in "Sterntaler" vollendet sich laut Lenz im Gedanklichen, nachdem es alles weggegeben hat - ich würde da eher an göttliche Gnade denken, die sich durch die Umhüllung mit den Kräften eines Engels äußert (Aura).Am wichtigsten sind die moralischen Lehren, die Lenz aus den Märchen zieht: Wer das Böse nicht mit dessen Waffen bekämpft, sondern das Leid auf sich nimmt, weckt in sich heilende Liebeskräfte. "Unrecht, das man andern zugefügt hat, fällt früher oder später auf einen selbst zurück" (S. 215). Materialisten fürchten das Übersinnliche. Wer sich im Gefühl verliert, übersteigert seinen Willen und wird uneinsichtig. Mitleidige und Liebende begegnen auch dem Bösen ohne Arg. Wer andere nachäfft, weil sie erfolgreich sind, scheitert. Wer heuchelt, wird blind (auch im übertragenen Sinn: er versteht nichts mehr).

  • Jurgen Braune-krickau
    2019-04-28 20:07

    Das Buch sollte man vom ANHANG (S.245) her lesen, dann gefällt es recht gut.Im Anhang werden die für alle Märchen typischen Bildsymbole dargestellt und in ihrem SINN interessant und klar erläutert. Sicher, man hätte Bilder in den TEXT einbauen können. Das hätte aber den PREIS des Buches in die Höhe getrieben! Ich hätte dafür dann auch gerne MEHR bezahlt, aber es genügt natürlich, wenn sich der Leser einfach eines seiner vielen Märchenbücher bei der Lektüre dieses Buches zur Hand nimmt. Friedel Lenz versucht Gesetzmäßigkeiten in der Darstellung zu erklären. Inhaltlich schafft bzw. erläutert der Autor bestimmte Märchentypen, wie Schicksalsmärchen,(S.19)und beschreibt den Menschen als Mitgestalter (S.71)und dann eben ganz wichtig am Ende hat er die kleine Symbolübersicht (S.245). Ich freue mich über diesen Einkauf, also vier Sterne allemal. Dem eventuellen Leser viel Spaß.