Read Reibungsverluste by Mascha Dabić Online

reibungsverluste

Eine Dolmetscherin erzhlt Nach zweieinhalb Jahren in Russland ist Nora wieder zurckgekehrt In ihrem Job als Dolmetscherin ist sie Sprachrohr fr traumatisierte Flchtlinge, ebenso wie fr die Psychotherapeuten Es fllt ihr zunehmend schwer, sich von den Leidensberichten der Flchtlinge zu distanzieren und die verallgemeinernde Haltung von Politik und Gesellschaft zu akzeptieren Daneben versucht Nora, ihr eigenes chaotisches Leben auf die Reihe zu kriegen.Mascha Dabi zeigt in ihrem Roman eindrcklich eine kaum beachtete Seite der Flchtlingskrise die Dolmetscherin im Hintergrund....

Title : Reibungsverluste
Author :
Rating :
ISBN : B01N4VBXUD
ISBN13 : -
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Edition Atelier Auflage 1 24 Februar 2017
Number of Pages : 186 Pages
File Size : 861 KB
Status : Available For Download
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Reibungsverluste Reviews

  • Uschi
    2019-02-17 07:09

    Ein brisantes Thema, verpackt in einen Roman, der es dem Leser gestattet, sich ein eigenes Bild zu machen. Auch wenn die Hauptfigur sehr präsent ist, tritt sie doch - je nach Interesse - da und dort in den Hintergrund oder nimmt den vollen Raum ein. Sehr fein geschrieben, flüssig, überschaubar, in einer Sprache, die "reingeht". Dabei wird der Umgang mit dem realen Leben wie er von heutigen "Erwachsenen" oft gelebt wird, mit einer wertfreien Selbstverständlichkeit erzählt, die das mir sonst bekannte Kopfschütteln gerade rückt. Meine Bewertung über "Jammern auf hohem Niveau" bekam damit doch eine weitere Perspektive. Ich werde auf jeden Fall auf ein neues Werk warten.

  • Evelyne
    2019-02-19 12:13

    Ausgesprochen gute Sprache - wie man sie wohl von einer Übersetzerin erwartet. Großartiger Erzählstil. Hoffentlich folgen noch Bücher von Frau Dabić.

  • laquelle
    2019-01-28 05:01

    Mit Mascha Dabic ist es möglich in den Mikrokosmos dolmetschgestützter Therapie einzutauchen. Einen kurzweiligen Tag lang, von der ersten bis zur letzten Seite. Unheimlich wortgewandt in wunderschöner Sprache - ich hätte nicht vermutet, dass die Autorin ursprünglich aus Sarajevo stammt. Jede Rolle und jeder Charakter sehr fein erfasst. Wer sich auf leichte und spannende Weise gerne mit einem tiefgehenden Thema befassen möchte: unbedingte Leseempfehlung!

  • miss.mesmerized
    2019-02-22 10:05

    Ein normaler Morgen und schon wieder ist Nora zu spät dran. Sie wird wieder nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen, einmal mehr. Dabei geht ohne sie nichts, denn sie ist die Dolmetscherin, die den Geflüchteten eine Stimme bei den Therapeuten verleiht, ihre Geschichten in verstehbare Worte verwandelt. Dabei versteht sie manchmal ihr eigenes Leben nicht. Ihre Zeit in Russland, die überstürzte Flucht nach Wien. Sie muss neutral bleiben, auch wenn sie von schlimmen Greultaten hört. Sie darf nicht kommentieren, auch wenn sie die Methoden der Therapeutin seltsam findet. Sie muss die Balance finden zwischen dem wörtlich Gesagten und dem Gemeinten. Und nebenbei das Chaos in ihrem eigenen Leben ordnen. Den ganzen Tag spricht sie, aber es sind nicht ihre Worte, denn das, was sie bewegt, bleibt in ihr und findet keinen Weg, in Worte gefasst zu werden.Die Flüchtingsthematik ist nach wie vor aktuell und bestimmt die Nachrichtenlage. Zunehmend wird das Thema auch literarisch aufgegriffen und verarbeitet. Meist stehen die Geflüchteten selbst im Zentrum, wie etwa in Jenny Erpenbecks „Gehen, Ging, Gegangen“, Shida Bazyar „Nachts ist es leise in Teheran“, Mohsin Hamids „Exit West“ oder in Abbas Khiders „Ohrfeige“. Diejenigen, die Mitten in diesem Prozess sind, aber hinter den Kulissen arbeiten, bleiben weitgehend auch literarisch im Hintergrund. Mascha Dabić verleiht einer Dolmetscherin eine Stimme und schildert in ähnlicher Weise die seltsame Zwischenstellung, die diese einnehmen, wie auch Shumona Sinha in „Erschlagt die Armen“.Nora ist keine Heldin und kein Mensch, der sich der guten Sache wegen aufopfert. Das Dolmetschen hat sie nach der Rückkehr zu ihrem Beruf gemacht. Was ich sehr gelungen fand, war, dass innerhalb des Romans nebenbei mit gängigen Fehlern aufgeräumt wird, wie etwa der Tatsache, dass übersetzen und dolmetschen keine Synonyme sind, sondern zwei unterschiedliche Tätigkeiten und dass es unmöglich ist, wörtlich zu übersetzen, da dies oftmals keinen Sinn ergeben würde. Sie beschreibt das Dolmetschen als einen„alchemischen Prozess, im Zuge dessen das Gesagte in einer bestimmten Wortkombination durch den Gehörgang in ihren Kopf eindrang und in einer anderen Form, möglichst unbeschadet und so wenig wie möglich durch Reibungsverluste in Mitleidenschaft gezogen, durch den Mund wieder verließ. Der etwaige Schaden, den der Kanal, also Noras Kopf, durch diese Transaktion möglicherweise nahm, interessierte nicht. Reibungslos sollte die Kommunikation ablaufen,”An den russischen Beispielen zeigen sich immer wieder die Problematiken der Translationswissenschaft und wie viel kulturelles und gesellschaftliches Wissen es erfordert, das Gesagte tatsächlich zu verstehen und angemessen in der anderen Sprache wiederzugeben. Allein für diese Leistung hat der Roman schon eine Beachtung verdient.Aber auch die Figurenzeichnung ist für mich sehr überzeugend. Nora ist nicht eindimensional, sondern gebrochen und vielschichtig. Manchmal genügt ihr auch nicht eine Sprache, um ihren emotionalen Zustand zu erfassen. Dabei verharrt sie nicht passiv und liefert sich aus, sondern unternimmt durchaus Versuche, ihr Leben emotional und organisatorisch zu sortieren. Sie ist in mancherlei Beziehung sehr typisch für ihre Generation, die Menschen um die 30, die kosmopolitisch denken und leben und sich dadurch verlieren.Daneben die Geschichten der Geflüchteten, kleine Einblicke in ihr Leben vor der Ankunft in Deutschland, in Denkstrukturen und Ordnungsmuster, die uns völlig fremd sind und in die Schwierigkeit, sich in einem fremden Land ein Leben aufzubauen, das immer droht durch einen ablehnenden Asylbescheid von heute auf morgen beendet zu werden.Ein beachtenswerter Roman, der einen anderen Blick auf das vorherrschende Thema der Jahre 2015 bis 2017 wirft.

  • Jo
    2019-02-02 11:06

    Eine ehrliche und unsentimentale Beschreibung der Gegenwart, ein Roman zum Verschlingen. Die Hauptfigur ist eine junge Frau, die zwischen Psychotherapeuten und Flüchtlingen aus Tschetschenien dolmetscht. Die Autorin erzählt einen Arbeitstag dieser Dolmetscherin, die als passives "Sprachrohr" ihre Rolle zu finden versucht und gleichzeitig ihr Privatleben auf die Reihe kriegen muss. Eine junge Frau, die weiß, dass sie ihren Job allein der Flüchtlingskrise zu verdanken hat, die sich aber auch weigert, die verallgemeinernde Haltung von Politik und Gesellschaft zu akzeptieren. Der Roman ist auch deshalb interessant, weil er eine Perspektive der Flüchtlingskrise zeigt, die kaum wahrgenommen wird, die Perspektive der Dolmetscher, ohne die es nicht gehen würde, die aber gleichzeitig nur im Hintergrund agieren dürfen.

  • Stefan H.
    2019-02-06 05:11

    Die langweilige Geschichte eines langweiligen Tages aus dem langweiligen Leben eines langweiligen Menschen. Das waren meine Gedanken, nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe. 150 Seiten ohne Spannungsbögen und ohne interessante Gedankengänge. Deswegen tat ich mir auch schwer, mich mit der Protagonistin zu identifizieren oder mich in ihre Situation hineinzuversetzen. Der Schreibstil der Autorin war nicht sonderlich anregend und ich frage mich immer noch: warum um alles in der Welt sollte man dieses Buch lesen? Warum habe ich es gelesen? Habe mich im Geschäft vom Cover verleiten lassen 😉Moment, bevor ich der Autorin unrecht tue, ein Spannungselement gab es doch, und keine Sorge, jetzt kommt kein Spoiler, denn die Antwort zu dieser auf dem Einband in den Raum gestellten zu treffenden „Entscheidung“ (Zitat vom Einband: "Denn nicht nur die zahlreichen Fluchtgeschichten machen ihr zu schaffen, sie muss auch eine Entscheidung treffen, die ihr eigenes, chaotisches Leben betrifft …“) ist so flach: Die Protagonistin hat zu Beginn der Geschichte den Vorsatz gefasst, 3 Monate kein Buch mehr anzurühren. Gegen Ende des Buches traf sie die Entscheidung, nach 4 Wochen wieder Bücher zu lesen. Diese Story schmerzt beinahe körperlich.