Read Der Spaß an der Sache: Alle Essays by David Foster Wallace Online

der-spass-an-der-sache-alle-essays

Eine Kompetenzgranate mit Dauerzndung, die unterhalten, aber nicht unterfordern will Ulrich Blumenbach.Zum zehnten Todestag des wichtigsten amerikanischen Autors seiner Generation erscheinen alle Essays in einem Band Gerade die Essays und Reportagen sind fr viele Kritiker und Leser Wallace Knigsdisziplin, und in dieser nach Themen geordneten Anthologie sind seine Beobachtungsschrfe und sprachliche Brillanz neu zu entdecken Neben Romanen und Erzhlungen hat David Foster Wallace immer auch Essays geschrieben, mal im Auftrag von Zeitschriften und Zeitungen, mal fr Sammlungen Zu den bekanntesten gehrt sicherlich Schrecklich amsant aber in Zukunft ohne mich, sein berhmter Text ber die Reise auf einem Kreuzfahrtschiff, und Das hier ist Wasser Dieses monumentale Buch versammelt alle Sachtexte des groen amerikanischen Autors Ulrich Blumenbach, der lngst zur deutschen Stimme Wallace geworden ist, hat die Essays in diesem finalen Band nach Themengebieten geordnet Von Tennis ber sthetik, Sprache chst unterhaltsamen und klugen Texten aufs Neue zu entdecken und zu bewundern....

Title : Der Spaß an der Sache: Alle Essays
Author :
Rating :
ISBN : B07CH783T7
ISBN13 : -
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Kiepenheuer Auflage 1 16 August 2018
Number of Pages : 572 Pages
File Size : 791 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Der Spaß an der Sache: Alle Essays Reviews

  • Bernd Alexander Schmidt
    2019-06-28 17:19

    „Diese Essays sind Hirnschrittmacher“, mit diesem Slogan wird „der Spaß an der Sache“ beworben und das wohl zurecht. Als großer Fan von DFW kenne ich zwar schon einige, der nun gesammelt vorliegenden Essays, trotzdem ist das schön aufgemachte 1k -Seitenwerk auf jeden Fall eine Bereicherung für meine Büchersammlung und steht natürlich neben dem sehr ähnlich aufgemachten infinite Jest (in einer anderen Rezension nannte ich den unendlichen Spaß meine Bibel) des leider viel zu früh abgetretenen Meisters der Sprache! „Der Beste unserer Generation“ sagt Richard PowersSchön fasst auch die FAZ den Spaß an der Sache zusammen: wer wissen will, was Sprache gegen den Wahnsinn der Welt vermag, der kommt daran nicht vorbei.Und hinter dem DFW-Riesenwerk steht ein Wert, das eindeutige Prinzip: Aufrichtigkeit, no bullshit, kein Verstecken mehr hinter Ironie!Im sehr bekannten letzten Text „das hier ist Wasser“ hält er einen genialen Vortrag über Achtsamkeit und bewusstes Leben, drei Jahre später nahm sich der Lebenserklärer dann das Leben.Tipp: auf Spotify kann man sich einige der Essays vorlesen lassen

  • M. Lehmann-Pape
    2019-06-28 17:31

    Nicht nur als weltbekannter und breit wirksamer Romancier hat David Foster Wallace seine Gedanken, Eindrücke, seine Wichtigkeiten verewigt, sondern über eine nicht geringe Zeit hinweg (von 1990 bis 2005) gerade das Stilmittel des Essays (zu Anfang und für einige Jahre dann aus für ihn wichtigen Gründen, die man bei der Lektüre erfährt) breit und, seinem Stil entsprechend, ausschweifend genutzt.Dass Wallace nie Vorgaben beim Umfang eines Textes einhielt, bei der Abnahme um jedes Wort (und eine seiner Spezialitäten sind selten genutzte, kaum bekannte Worte) gerungen und zur Not auch ellenlange Fußnoten noch setzte, dass ist eins der Erkennungsmerkmale seiner Essays. Das andere findet sich darin, dass Wallace der jeweiligen Sache tief auf den Grund geht, vielfach umschreibt, Geschichten erzählt, den Kern nie aus den Augen verliert und so für den Leser die Essays (eher Kurzgeschichten) sprachlich und inhaltlich zu einer wahren Fundgrube je gestaltet.So ist es schon beim ersten, abgedruckten Essay (Tennis, 1991) bei Weitem nicht so, dass Wallace sich nur mit dem (von ihm selbst in jungen Jahren erfolgreich betriebenen) Sport nur das Feld, das Netz und die Filzbälle im Blick hat.Nein, zugleich erzählt er aus dem Wesen seiner Person (der, der mit mathematischen Winkeln und unwirtlichen Witterungen besser zurechtkommt, als mit den „regulären Bedingungen“ des Sports und, vielleicht auch, des Lebens).Und charakterisiert umgehend direkt die gesamte Lebensatmosphäre in „Tornado Alley“ in Illinios, hängt Gedanken über Freundschaft kurz hinterher, verblüfft sich mit dem Leser über die Entwicklung junger Menschen in der Pubertät.„Die Stärken der Landschaft sind auch ihre Schwächen“.Und wie für das Land, gilt das nicht auch für Menschen? Zumindest die Tennis-Stärken von Wallace sind am Ende ebenso auch seine Schwächen.Das ganze munter, unterhaltsam, immer wie leicht außer Atem erzählt und dennoch verweilend, wo es sich lohnt, tiefer zu graben.Was für alle anderen Essays ebenso gilt. Man bewege sich nur mit Wallace auf das Kreuzfahrtschiff zum Urlaub und kommt am Ende einerseits aus dem Lachen über die genaue Beobachtungsgabe und die Rituale an Bord kaum heraus, um auf der anderen Seite auch durchgehend die Stille Frage im Kopf zu spüren, wie man selbst in dieser Situation so wirken würde und ob man das wirklich dann so möchte.„Seine Essays sind Hirnschrittmacher, in denen die ganze US-amerikanische Gegenwartskultur zur Sprache und mit sich ins Gespräch kommt“.Was vor allem (wie in „Der Moderator“, in dem es um „das Hasspredigen“ geht) daran liegt, dass Wallace eben keine distanzierte Haltung zu seinen Beobachtungen einnimmt, sondern sich „mitten hinein bewegt“, ohne vorher schon seine Bewertung fertig zu haben.Er schreibt nicht über Kreuzfahrten von Land aus, er nimmt teil. („Schrecklich amüsant – in Zukunft aber ohne mich“).Er analysiert nicht abstrakt, was ihm wichtig scheint, sondern setzt sich dem aus. So kann er einerseits Tennis spielen und andererseits aus der Selbstbeobachtung heraus das Umfeld, die Gegenspieler, die Teams, Land und Leute, Wind und Wetter umfassend mit einbeziehen.Befindlichkeiten, Haltungen, Werte, Ängste, Sorgen, Freude, politische Bewegungen und Auseinandersetzungen, dies alles umfassend Verstehen, im „Selbstgespräch“ schriftliche hin- und her wenden und das ganze sprachlich lesbar, aber dennoch kunstvoll, mal drastisch im Ausdruck, mal filigran gestalten. Es wird kaum andere Autoren der Neuzeit geben, die sowenig klar festgelegten Formen des Ausdrucks in solchen Essays folgen, wie Wallace. Was bei der Lektüre Langweile auf keinen Fall aufkommen lässt. Wobei alle Themen interessant gewählt wind und je zeitloses und wichtiges von Wallace mit herauserzählt wird.Mit immer wieder dem erkennbaren Fundament seiner Sicht der Welt. Humor und Komik, ein sich vorurteilsfrei nähern und sich „ganz hereinstürzen“.Thematisch gegliedert und innerhalb der Themen chronologisch gesetzt, kann der Leser ebenso mit Vergnügen die persönlichen Entwicklungen des Autors Schritt für Schritt nachspüren.Eine hervorragende Lektüre.

  • Timo Brandt
    2019-06-22 15:22

    "Wallace lehnte es ab, sich mit postmodernen Ironie gegen die Zumutungen seiner Lebenswelt abzuschotten. Gegen diesen Sicherheitsabstand des Denkens suchte sein ästhetisches Sensorium vielmehr immer wieder die Konfrontation mit diesen Zumutungen. Mit dem Gestus, aus peinlich und peinigend genauen Selbstbeobachtungen, Suchbewegungen ins Allgemeine abzuleiten, knüpfte er an Michel de Montaigne als den Begründer des modernen Essays an. […] Seine Essays sind Hirnschrittmacher, in denen die ganze US-amerikanische Gegenwartskultur zur Sprache und mit sich ins Gespräch kommt. "(Aus dem Vorwort)Der Titel des Vorworts zu dieser tausendseitenschweren Ausgabe lautet: „Eine Kultur im Selbstgespräch“. Betrachtet man den Umfang und die Vielschichtigkeit dieses essayistischen Gesamtwerkes, erscheint dieser Titel angemessen, nicht um seine Schwere, sondern vielmehr seine Dimensionalität und seine Konsequenz zu verdeutlichen.David Foster Wallace, der genau vor 10 Jahren starb, war nicht nur einer der wichtigsten Romanciers der neueren angloamerikanischen Literatur, sondern darüber hinaus ein Schriftsteller, der sich mit nahezu allen kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen wollte; der diese geradezu, wie Ulrich Blumenbach in seinem Vorwort gut herausarbeitet, für seine Pflicht, für seine Verantwortung hielt (in dem Sinne, dass wir alle für die Gegenwart verantwortlich sind und uns mit ihr deswegen auseinandersetzen müssen).Die gesammelten Essays präsentieren weite Teile dieser Auseinandersetzung. Unterteilt sind sie in die Kategorien „Tennis“, „Ästhetik, Sprache und Literatur“, „Politik“, „Film, Fernsehen und Radio“, „Unterhaltungsindustrie“ und „Leben“. Außerdem vorhanden in dieser Edition ist ein Verzeichnis mit knappen Erläuterungen zu Begriffen und Personen.Eine längere Besprechung findet man auf Fixpoetry.