Read Sechs Koffer by Maxim Biller Online

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Ein Ger cht, dessen b se Kraft bis in die Gegenwart reicht Eine russisch j dische Familie flieht von Ost nach West, von Moskau ber Prag nach Hamburg und Z rich Der Gro vater des inzwischen in Berlin lebenden Erz hlers wurde Opfer eines gro en Verrats, einer Denunziation, und 1960 in der Sowjetunion hingerichtet Unter Verdacht die eigene Verwandtschaft Eine Erz hlung ber sowjetische Geheimdienstakten, ber das tschechische Kino der Nachkriegszeit, vergiftete Liebesbeziehungen und die Machenschaften sexs chtiger Kultur Apparatschiks und zugleich ber das Leben hier und heute, ber unsere moderne, globalisierte Welt, in der fast niemand mehr dort zuhause ist, wo er geboren wurde und aufwuchs....

Title : Sechs Koffer
Author :
Rating :
ISBN : B07FYK381H
ISBN13 : -
Format Type : EPub
Language : Deutsch, Deutsch
Publisher : parlando Verlag
Number of Pages : 361 Pages
File Size : 689 KB
Status : Available For Download
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Sechs Koffer Reviews

  • Circlestones Books Blog
    2019-03-04 13:25

    „Wäre ich geblieben, wäre ich geflohen, hätte ich selbst meine engsten Freunde und Verwandten verraten, wenn die Kommunisten mich erwischt hätten?“ (Zitat Seite 90)Inhalt:Der Großvater der Familie wird 1960 auf dem Flughafen von Moskau verhaftet und wegen seiner verbotenen Devisengeschäfte hingerichtet. Kurz danach war einer seiner Söhne, Dima, ebenfalls verhaftet worden, weil er, in Prag lebend, nach Westberlin flüchten wollte. Seither stellt sich in der Familie durch die Jahre und Generationen die Frage, ob es da einen Zusammenhang gibt, war es Dima, der damals den Großvater verraten hatte?Thema und Genre:Der Autor erzählt einen biografischen Generationenroman, eingebettet in eine Zeit der Geheimdienste, der Vertreibungen – eine Flucht quer durch Europa und darüber hinaus. Kernpunkt ist die Familie und ein Verdacht, der ihre Mitglieder entzweit. Es geht auch um die zeitlose Frage, wie man selbst sich verhalten hätte, unter extremem Druck und Lebensgefahr.Handlung und Schreibstil:Jemand hat den Großvater verraten, was diesen das Leben gekostet hat und der Verdacht und die Suche nach der Wahrheit zieht sich über die Generationen. Der Zeitablauf ist chronologisch, in Einzelkapitel und Einzelgeschichten gegliedert. Die Personen im Mittelpunkt wechseln, wie auch die Erzählform vom Ich zur personalen Erzählperspektive dort, wo der Ich-Erzähler eine vergangene Geschichte selbst nur kennt, weil sie ihm erzählt wurde. Die Frage nach dem Verräter aus dem Kreis der Familie baut den Spannungsbogen auf und bringt Elemente eines Kriminalromans in dieses Buch.Fazit:Das Schicksal einer russisch-jüdischen Familie, Verrat, Flucht, Ankommen und die Frage nach einem Verrat. Erzählt auf verhältnismäßig wenigen Seiten, aber so lebendig und packend, dass die Geschichte den Leser sofort in ihren Bann zieht.

  • Verleger
    2019-03-03 07:31

    Das Büchlein ist nicht schlecht geschrieben, ich war aber froh, dass ich es zu Ende gelesen hatte.Die Charaktere unterscheiden sich kaum, eine etwas eintönige Milieuschilderung. Aber insgesamtdoch ein interessanter, selbstkritischer Einblick in Vergangenes.

  • Wedma
    2019-03-08 11:35

    „Sechs Koffer“ ist ein bemerkenswerter, spannender Roman, den ich sehr gern gehört habe. Maxim Biller erzählt die Geschichte seiner jüdischen Familie, dies spielt eine Rolle, die von St. Petersburg nach Prag und weiter nach Hamburg geflohen war. Die Schilderungen, im Stile des Realismus, entsprechen manchen historischen Ereignissen des 20. Jh.Diese Familiengeschichte ist sehr gekonnt, ja meisterhaft erzählt worden. Der Ausdruck ist schlicht, aber ergreifend, aussagestark, ohne den Anspruch, besonderen Eindruck hinterlassen zu wollen. Das tut das Ganze dann umso mehr.Alle Figuren, es gibt mehrere Familienmitglieder, die hier eine Rolle spielen, standen mir gleich lebendig vor Augen. Ich konnte sofort in diese längst vergangenen Zeiten eintauchen, die Schicksale dieser Menschen und ihre Gedanken gespannt verfolgen.Die Erzählperspektiven sind recht ungewöhnlich, es ist auch kein gewöhnlicher Familienroman, verwendet worden. Erst ist der Ich-Erzähler ein Junge mit sechs Jahren. Die Familie, die aus Sowjetrussland geflohen ist, lebt nun in Prag in den sechziger Jahren des 20. Jh. Der Vater arbeitet zu Hause als Übersetzer, die Mutter im Institut. Die Mutter ist unglücklich, weil ihr Mann mit Natalia, der Frau seines Bruders Dima, ausgegangen ist. Dima wird bald aus dem Knast entlassen. Alles ist in heller Aufregung, denn da stecken viele Geheimnisse, was der dumme Dima, so wird er oft genannt, getan haben mag. Später wird zum Ich-Erzähler mit 15 gewechselt. Der Junge ist in der Schweiz bei Onkel Dima zu Besuch und versucht, die alten Familiengeheimnisse zu lüften, u.a. warum ein weiterer Onkel, Lev, mit der Familie nicht mehr redet und warum der Großvater gestorben war und wer daran schuld ist. Zum Schluss lest erwachsener Mann vom Erzähler einen langen Brief seiner Tante Natalia. Sie beschreibt aus ihrer Sicht, was damals vorgefallen war. So erfährt man noch einiges mehr über sie und die Familie insg.Mehr sage ich nicht dazu, denn es ist besser, man geht möglichst unvoreingenommen an den Roman heran und gelangt zur eigenen Meinung.Christian Brückner hat kongenial vorgelesen. 5 Stunden 14 Minuten der ungekürzten Ausgabe waren mir ein Vergnügen.Fazit: Ein sehr lesens-/hörenswerter Familienroman über eine jüdische Familie in der damaligen Zeit, über das Fliehen und Ankommen und noch vieles mehr.Ein würdiger Kandidat für die Kurzliste des dt Buchpreises 2018.

  • kaktusblüte
    2019-03-16 06:29

    Großartig finde ich schon, wenn es jemandem gelingt, seine Familiengeschichte über drei Generationen hinweg in weniger als 200 Seiten zu erzählen. Es ist alles da, was eine spannende Erzählung ausmacht, aber nichts wird ausgewalzt, toterklärt oder in langwieriger wörtlicher Rede kaputtgeschrieben. Die Leserin weiß nicht mehr als der, der die Geschichte erzählt und sich nach und nach in detektivischer Kleinarbeit zusammenreimt, wie es dazu kommen konnte, dass der Großvater zum Tode verurteilt und gehängt wurde. Alle sind sich einig, dass es ein Familienmitglied gewesen sein muss. Doch wer ist der oder die VerräterIn? Wem ist eine solche Tat zuzutrauen? Was könnte das Motiv gewesen sein? Und: Kommt es auf all das überhaupt an?Die Personen sind dabei so herrlich widersprüchlich und vielfältig wie im richtigen Leben. Die, die zunächst wie Schufte wirken, stellen sich als Retter heraus und umgekehrt. Niemand ist nur gut oder vollkommen böse.Viele in dieser großen Familie haben die Länder gewechselt fast wie ihre Schuhe und konnten nichts von ihrem früheren Leben mitnehmen, wenn es wieder einmal ans Abschiednehmen ging. Eine "Glücksliege", ein falscher Rembrandt, ein Spejbl aus Plastik, das ist manchmal alles, was übrig geblieben ist neben der Sehnsucht nach etwas, das es vielleicht gar nicht gibt.Maxim Biller berichtet all das in einer wunderbar präzisen, sinnlichen, aber lapidaren Sprache. Ein großes Lesevergnügen!